Die Geschichte der St. Hubertus Schützengilde Büngern von 1700

Abschrift des Schützenbuches des Schützenvereins Büngern

Abschrift durch Magda Hentschel, Oktober 1999 (Die Rechtschreibung wurde der heutigen Schreibweise angeglichen; die Zeichensetzung entspricht der des Originals.)


Urkunde des Schützenvereins Büngem.

Schlechte Wirtschaftslagen bedingen gar oft Änderungen bisheriger Veranstaltungen. Als solche Änderung wurde auch das Schützenfest der Gemeinde Büngem unterzogen, und zwar im Jahre 1929. Bevor nun die neue Einrichtung hier niedergeschrieben wird, soll erst die Feier dieses Festes vor dem Jahre 1929, in diesem Buche festgehalten werden, solange wie Erinnerungen zurückreichen. Als älteste hier zu machende Aufzeichnung kommt wohl die in Betracht, von der die alten Leute erzählen, das man zu femer Zeit, vor 70 bis 100 Jahren, das Fest aus den Einnahmen, welche man erzielte, aus einem Stück Land im Bünger-Esch (Burland) und einen Kotten im östlichen Teil von Büngem, (Timpmann) frei feierte. Auch soll zu femer Zeit recht großartig gefeiert worden sein, wie die älteren Leute es von ihren Vätern berichtet worden ist. Für das Königspaar sei eine herrliche silberne Kette und dazu gehörenden schönen Silbersachen vorhanden gewesen, sowie sonstigen kostbaren Schmuck. Diese Wertgegenstände sollen später aus irgendeinem Grunde, dem Bildnis der Himmelskönigin in der alten Rheder Kirche geschenkt worden sein. Nach der Überlieferung, hat eine Kette in späteren Jahren das Bild (Statue) der Hl. Maria geschmückt. Ob es sich aber um obige Königskette handelte, mag dahingestellt bleiben. In den 80er Jahren, des verflossenen Jahrhunderts wurde das Schützenfest mehrere Jahre auf dem Gute Updarp abgehalten. Hier soll es an großzügiger Veranstaltung seine Vorgänger noch bedeutend übeltroffen haben. Kirmesartiger Auftakt und äußerst starker Fremdenbesuch waren die Kennzeichen dieses Abschnittes und ein Zeichen ,dass es die damaligen Bewohner verstanden haben, das Fest schön zu gestalten. Das Vogelschießen wurde auf unbewohnter Heide erledigt, in einem Kamp, der seinen Namen davon erhalten hat und bis auf den heutigen Tag noch so genannt wird, nämlich der Stangenkamp. Vorgesetzte des Landwirtes Updarp wünschten das Fest nicht alljährlich aufseinen Hof zu behalten, und so wurde es meh rere Jahre von dem Landwirt Tetiedt übernommen. Danach wünschten Vorgesetzte wieder, dass ihnen ein Wechsel angenehm sei. Scheinbar konnte sich keiner zu einer Aufnahme entschließen, und so kam es zu einer kurzen Pause, oder kleineren Feier und wechselte in schnellerer Folge von einem Landwirt zum anderen. Das Jungvolk war schwach vertreten in der Gemeinde zeitweilig und das brachte diese Erscheinung auch wohl hervor der etwas schwächeren Abwicklung, des Schützenfestes. In der letzten Zeit war es wieder recht flott und in kürzerem oder längeren Zeitraum bei diesem oder jenem Landwirt. Aber der Einschlag einer Trübung lag doch über diesen Festen insofern, als Folge des Krieges die Unkosten und Ausgaben wegen der Teuerung immer mehr anschwollen. Es soll hier eben eingeflochten werden, das selbstverständlich während des langen Krieges das Fest ruhte und nach dem Kriege in Folge Geldentwertung und die dadurch hervorgerufene Verarmung des Volkes auf das Vogelschießen verzichtet werden mußte, um Geld einzusparen. Es drängte also zu einer Neuregelung um nicht das Interesse erlahmen zu lassen, oderden Bewohnern die Teilnahme zu verleiden. Und wo ein Wille ist, das ist auch ein Weg. Und diese kam auf folgende Art zustande. Die Gildemeister für 1929 welches sind, Johann Wissing, Wilhelm Bielefeld, Wilhelm Ebbing und Heinrich Essing (genannt Buddemann) kamen zu folgendem Vorschlag, der von allen Landwirten in der Gemeinde gut geheißen wurde, welches sie durch ihre Unterzeichnung des Schriftstückes bewiesen und als rechtsgültig hierdurch anerkannten.

Dieses Schriftstück hat folgenden Wortlaut:

Büngem, den 15. April 1929. Urkunde des Schützenvereins von Büngem.

§ Die Unterzeichner dieses Schriftstückes verpflichten sich zu folgenden Bedingungen und zwar: Es wird beschlossen, das Schützenfest der Gemeinde Büngem bei den Landwirten der Gemeinde nach ausgegebenen Nummern, der Reihe nach zu feiern, indem bei Nr. l im Jahre 1929 angefangen wird, Nr. im Jahre 1930 usw.

§ 2 Ob die Räumlichkeiten des einzelnen Landwirtes der Größe genügen, darüber entscheidet der jeweilige Vorstand des Büngerschen Schützenvereins.

§ 3 Falls die Räume für zu klein befunden werden, sind von einem solchen Landwirt 10, DM an den Verein zu zahlen, und das Schützenfest wird auf die nächstfolgende Nr. verlegt.

§ 4 Falls ein Haushaltungsvorstand in Büngern diese Bedingungen nicht anerkennt, und seine Unterschrift verweigert, ist er sowie seine Familienangehörigen von der Teilnahme am Schützenfest ausgeschlossen.

§ 5 Jeder Landwirt von Büngern hat seine Räumlichkeiten unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, und muß auf jeden sonstigen Verdienst verzichten.

§ 6 Für angerichteten Schaden haftet der Verein.